Baumpflege und Baumschnitt

Warum Baumpflege? Warum Bäume schneiden?

Die Notwendigkeit der Baumpflege ist eine Reaktion auf immer enger werdende Lebensräume, in denen Mensch und Baum zusammenrücken.

Oft werden Zubauten errichtet, und Wohnräume entstehen unmittelbar rund um einen bestehenden Baum, oder es werden wo früher ein Garten in einem Innenhof  war, Parkplätze geschaffen, unmittelbar unter dem bestehenden Baumbestand.

In dieser engen Lebensgemeinschaft ist es nötig für unsere Sicherheit und auch für die Gesundheit des Baumes zu sorgen, damit gerade in der Stadt das wertvolle städtische Grün erhalten bleiben kann.

Visuelle Baumkontrolle

Durch diese neue Nähe zwischen Mensch und Baum,  ist es notwendig geworden Bäume zu pflegen, das bedeutet Bäume zu kontrollieren, abgestorbene oder beschädigte Äste zu erkennen und diese so zu entfernen. Fachgerechte Baumpflege bedeutet dabei dem Baum den geringstmögliche Stress auszusetzen, um eine möglichst schnelle Wundheilung zu gewährleisten.

Kronenpflege

Kronenpflege an einem Stadtbaum

Diese Art der Pflege wird Kronenpflege genannt, der Baum wird in Seilklettertechnik überstiegen, und abgestorbene Äste werden entfernt. Dadurch beugen wir vor, daß dieses Totholz bei einem Wind, oder durch Schneelast im Winter herunterbricht, und Personen-oder Sachschäden anrichtet.

Ebenso werden kreuzende Äste herausgeschnitten, die sich gegenseitig durch Reibung Rindenschäden zuführen. An diesen Rindenschäden können Sporen oder Bakterien eindringe, und den Baum nachhaltig schädigen.

Diese Arbeiten sind auch in der ÖNORM L1222 beschrieben, und wir führen die Kronenpflege in Seilklettertechnik gemäß dieser ÖNORM aus.

Kronenreduktionsschnitt

guter Kronenschnitt

guter Kronenreduktionsschnitt

Stehen Bäume zu nahe an Gebäuden, dann kommt es mit dem älter werden des Baumes meistens zu einer Verdunkelung unseres Lebensraumes, die Baumkrone nimmt uns das Tageslicht, die Äste kratzen an der Fassade, und Schäden sind vorprogrammiert.

Da Bäume, die einen Stammumfang in 1 m Höhe gemessen von über 40 cm,  in Wien durch das Wiener Baumschutzgesetz geschützt sind, und nicht ohne Genehmigung gerodet werden dürfen, bleibt noch die Möglichkeit des Rückschnittes, sofern es sich nicht um Fichten oder Tannen handelt.

Es ist gemäß Baumschutzgesetz erlaubt, einen Kronenreduktionsschnitt um bis zu einem Drittel der Krone durchzuführen, allerdings ist damit nicht ein radikales Kappen der Kronenäste gemeint, sondern ein behutsames schneiden auf Zugast.

schlechter Kronenreduktionsschnitt

schlechter Kronenreduktionsschntitt

Dies bedeutet, dass man nur an möglichst dünnen Ästen schneiden soll, wo noch eine weitere Astverzweigung gegeben ist, so daß die aufsteigende Wuchskraft eine Richtung findet, ohne neue Triebe bilden zu müssen. Stummelschnitte führen immer zu einem sehr starken, besenartigen Neuaustrieb, und die Situation die man verändern wollte, tritt in kürzester Zeit wieder auf.

Das klingt jetzt alles etwas kompliziert, aber wenn Sie sich für unsere Firma entscheiden, können Sie sicher sein, die Beste Lösung für Ihr Anliegen zu erhalten.

Im nebenstehenden Bild sehen Sie ein gutes Beispiel für einen schlechten Schnitt. Die Starkäste wurden radikal gekappt, und man sieht bereits wie der Baum mit einem heftigen Neuaustrieb reagiert. die neuen entstehenden Ständer sind an der Schnittstelle nicht gut verankert und stellen eine Gefahr dar. Wenn sie größer werden könnten Sie ausbrechen, und Personen gefährden, oder Sachen beschädigen. Bei so einer Kappung müssen die Schnittstellen unbedingt alle 1-3 Jahre nachversorgt werden.

Auslichtungsschnitt

Wenn die Krone nur mehr wenig Licht in die Fenster eines Hauses lässt, oder der Rasen im Garten nur mehr kümmert,  kann man gezielt innenliegende Äste herausschneiden, um eine lockerere Kronenstruktur zu schaffen, um wieder mehr Licht in das Haus oder in den Garten zu bekommen.

Kronesicherungschnitt

Dieser kommt zur Anwendung, wenn der Baum bereits erhebliche Schäden zeigt, und die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist. Hier müssen Äste im Grob- und Starkastbereich geschnitten werden, damit es nicht durch statische Mängel zur Gefährdung von Personen oder zur Beschädigung von Sachwerten kommen kann. Optisch wirkt dieser Schnitt wie eine Kappung, und der Baumpfleger hat im speziellen Fall zu entscheiden, ob der Baum gerodet werden muss, oder ob es eine Möglichkeit eines neuen Kronenaufbaues gibt- wie z.B bei den sehr regenerationsfreudigen Linden.

Lindenkappung

Folgen einer Lindenkappung

Wenn es zu keiner Rodung kommt, müssen Kappungen auf jeden Fall alle 1-3 Jahre kontrolliert werden, und nicht gewollte Ständer entsprechend rausgeschnitten werden, damit eine sichere neue Krone entstehen kann.

Auf dem Bild links sehen Sie die Folgen einer Kappung, es sind neue Ständer entstanden, die auf einer schwachen Basis gewachsen sind, und überdurchschnittlich lang sind. Die Stabilität ist um ein vielfaches schlechter als bei einer natürlich gewachsenen Krone.

Es ist von Vorteil Bäume regelmäßig im Dünnastbereich zurückzuschneiden, und die angestrebte Größe durch jährliche oder zweijährliche regelmäßige sanfte Schnitte zu halten, als nach Jahrzehnten Kappungen durchzuführen.